Hilfe bei Vergewaltigung, Missbrauch und Gewalt

Hast du Angst, wirst bedroht oder gestalkt?

Es hängt stark vom Zusammenhang ab, was in so einem Fall zu tun ist. Daher können wir nur schwer allgemeingültige Hinweise geben. Schnelle und individuelle Hilfe bekommst du bei den Notrufnummern, die du auf unserer Seite findest. Dort kannst du deinen konkreten Fall schildern und wirst an die richtigen Stellen weiter verwiesen. Dennoch gilt grundsätzlich Folgendes: Begib dich nicht weiter in Gefahr! Halte dich vom Täter fern, nutze andere Wege als gewöhnlich oder hole dir Hilfe (zum Beispiel Freunde) nach Hause.

Bist du Opfer von Gewalt oder sexuellem Missbrauch geworden?

Auch hier hängt es von deiner genauen Situation ab, was zu tun ist – generell gilt aber: vermeide weitere Begegnungen mit dem Täter und suche dir Hilfe! In Akutsituationen solltest du darüber nachdenken, schnellstmöglich die Polizei zu rufen, um Eskalation zu verhindern. Nachfolgend sind wichtige akute Anlaufstellen für dich aufgeführt. Langfristig solltest du dich zur Verarbeitung des Erlebten jedoch auch an eine Beratungsstelle oder einen Psychotherapeuten werden. × Krankenhaus / Arzt Sofern du Opfer von direkter Gewalteinwirkung geworden bist, solltest du so bald wie möglich (am besten sofort) einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen! Zum einen besteht die Möglichkeit, dass du innere oder äußere Verletzungen davongetragen hast, die sofort behandelt werden müssen. Du solltest dich durchchecken lassen. Zum anderen ist es sehr wichtig, dass ein Arzt die Spuren der Gewalteinwirkung sichert und attestiert, um im Zweifel später etwas gegen den Täter in der Hand zu haben. Wenn du keine Beweise für die Tat hast, kannst du diese später nicht zur Anzeige bringen. Es ist daher wichtig, möglichst wenig Spuren zu verwischen und nicht zu lange mit dem Arztbesuch zu warten. Solltest du dich nicht trauen einen Arzt aufzusuchen, dokumentiere die Verletzungen zumindest per Foto.

Anlaufstellen


  • Polizei
    Im akuten Fall solltest du darüber nachdenken, die Polizei zu rufen, um schnelle Hilfe zu erhalten und schlimmere Verletzungen zu vermeiden! Die zuständige Polizeidienststelle kann über das Internet ermittelt werden. Im Notfall kannst du die Notrufnummer 110 nutzen und wirst dann an die zuständige Stelle vermittelt. Die Polizei kann darüber hinaus nicht nur für die Bestrafung möglicher Täter, sondern in besonderem Maße für die Prävention weiterer Straftaten sorgen. Psychologische Betreuung oder Beratung ist von der Polizei jedoch nicht zu erwarten. Zudem sollte man wissen: Sofern die Polizei von einer Straftat erfährt, ist sie gesetzlich gezwungen, Ermittlungen einzuleiten, bei denen der gesamte Tatbestand und die beteiligten Personen ermittelt werden sollen. Dies gilt auch bei anonymer Anzeige. Eine einmal erfolgte Anzeige kann daher nicht zurückgenommen werden.

  • Schutzsuche: Frauenhaus und Amt für Kinder, Jugend und Familie
    Frauenhäuser bieten einen Zufluchtsort für Frauen, die unter Gewalt oder Vergewaltigung zu leiden haben. Das Angebot dieser Einrichtungen ist breit gefächert und unterstützt oft auch Frauen mit Behinderungen und Krankheiten, Schwangere, Stalkingopfer und viele mehr. Weitere Informationen über das Hilfsangebot in der Nähe kann man bei den jeweiligen Einrichtungen direkt in Erfahrung bringen. Eine Liste von Frauenhäusern findet man beim Verein "Frauenhauskoordinierung e.V." – es existiert auch eine Notfallnummer, die du bei uns auf der Seite findest. Im Fall von häuslicher Gewalt kann oft auch das Amt für Kinder, Jugend und Familie weiterhelfen.

  • Weißer Ring
    Der WEISSE RING hilft Kriminalitätsopfern und ihren Angehörigen auf vielfältige Weise: quer durch alle Deliktsbereiche - von Handtaschendiebstahl über Wohnungseinbrüche oder Körperverletzung bis hin zu häuslicher Gewalt oder Stalking. Die Hilfeleistungen reichen von menschlichem Beistand und persönlicher Betreuung über die Begleitung zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht, der Gewährung von Rechtsschutz bis hin zu finanziellen Unterstützungen von tatbedingten Notlagen. Ein erster Kontakt kann über die Notfallnummer (116 006) hergestellt werden, bei Bedarf wirst du an ehrenamtliche Mitarbeiter vor Ort vermittelt. Unter unseren Notfalltelefonen findest du die Telefonnummer auch noch einmal sowie den link zu deren Homepage, auf der du dich auch noch informieren kannst.

  • Gewaltambulanzen
    In einigen deutschen Städten gibt es mittlerweile Gewaltambulanzen. Sie unterstützen Opfer von Gewalt dabei, die erlittenen Verletzungen und Spuren für ein eventuelles späteres Gerichtsverfahren zu sichern - ohne, dass die Polizei eingeschaltet wird, wenn du das nicht nöchtest. Opfer von Gewalt werden kostenfrei von Rechtsmedizinern untersucht und die Opfer haben hat dann später, wenn sie sich überlegen, den Täter doch anzuzeigen, alle Beweise sicher dokumentiert. Auch die Rechtsmediziner haben Schweigepflicht. In Heidelberg kannst du zum Beispiel in die Uniklinik gehen, dort gibt es eine Gewaltambulanz.

    In folgenden Städten kannst du die Gewaltambulanzen unter den genannten Telefonnummern erreichen:

    München: Tel. 089 2180 73011
    Heidelberg: Tel. 0152 5464 8393
    Düsseldorf: Tel. 0211 81 0 6000
    Hannover: Tel. 0511 532 5533
    Hamburg: Tel. 040 7410 52127
Wichtiger Hinweis: Unser Tagebuch wird von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern gepflegt und betreut. Wir bieten keine medizinische, juristische oder psychologische Beratung. Unsere Antworten basieren auf Lebenserfahrungen und der persönlichen Einschätzung unserer Autoren und sollen den Schreibern helfen, nicht alleine mit ihren Problemen dazustehen, ihnen Mut machen und neue Wege aufzuzeigen.

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