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Depressionen sind ein Thema, das dir vielleicht schon öfter begegnet ist. Hast du dich mal gefragt, was hinter einer Depression steckt, wie sich die Erkrankung äußert und ob jeder depressiv werden kann? Wir haben für dich die wichtigsten Fragen rund um das Thema Depressionen zusammengestellt und beantwortet. Teil 1:


Was ist eine Depression?

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich von dem lateinischen Wort “deprimere: niederdrücken” ableitet. Das bedeutet, dass depressive Menschen niedergeschlagen sind. Das äußert sich in verschiedenen Symptomen, die du weiter unten nachlesen kannst.



Wie viele Menschen sind betroffen? Kann jeder depressiv werden?

“Insgesamt erkranken in Deutschland ca. 5,3 Mio. Menschen im Laufe eines Jahres an einer behandlungsbedürftigen, unipolaren Depression” (Deutsche-Depressionshilfe). Die Depression ist eine Volkskrankheit. Sie gehört zu den häufigsten Erkrankungen auf der Welt. Jeder kann depressiv werden. Es gibt Schätzungen, die sagen, dass 16 bis 17 Prozent der Menschen mindestens einmal in ihrem Leben depressiv werden.



Ist traurig sein schon eine Depression?

Wenn eine geliebte Person verstirbt, ist man lange Zeit sehr traurig. Aber nicht alle, die traurig sind, sind auch depressiv. Eine Depression ist eine Verstimmung der Gefühle. Das bedeutet, dass Depressive sehr lange und intensiv niedergeschlagen sind. Das Gefühl ist intensiver als Traurigkeit und dauert auch viel länger - manchmal bis zu mehrere Jahre. Die Niedergeschlagenheit wird für Betroffene zur Belastung.


Ab wann ist man depressiv? Welche Schweregrade gibt es?

Zwei Wochen oder länger müssen mindestens zwei Hauptsymptome und mindestens zwei Zusatzsymptome vorliegen. Wenn das zutrifft, kann die Diagnose Depression von einem Arzt gestellt werden. Unter “Wie äußert sich eine Depression?” findest du eine Auflistung, um welche Symptome es sich dabei handelt. Je mehr Symptome zutreffen, desto höher ist der Schweregrad. Man unterscheidet zwischen einer leichten, mittelgradigen und schweren Depression. Die Diagnostik einer Depression sollte nicht einem selbst vorgenommen werden!



Wie äußert sich eine Depression?

Die Hauptsymptome einer Depression sind (nach ICD-10):

- Depressive, gedrückte Stimmung
- Interessensverlust, Freudlosigkeit
- Verminderter Antrieb, erhöhte Ermüdbarkeit

von den Hauptsymptomen müssen mindestens zwei zutreffen.


Zusatzsymptome:

- verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
- vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
- Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
- negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
- Suizidgedanken, erfolgte Selbstverletzung oder Suizidhandlungen
- Schlafstörungen
- verminderter Appetit

Wenn von den Hauptsymptomen und von den Zusatzsymptomen jeweils zwei zutreffen, dann kann es sich um eine Depression handeln. Die Diagnostik sollte jedoch von einem Arzt übernommen werden - Selbstdiagnosen können falsch sein!



Welche Verlaufsformen gibt es?

Es gibt nicht “die eine Depression” - eine Depression äußert sich bei jedem Menschen anders! Die häufigsten Verlaufsformen sind aber folgende:

unipolare Depression: wiederkehrende, depressive Phasen. Zwischen diesen Phasen kann eine lange Zeit vergehen.

bipolare Depression: Bei dieser Form der Depression gibt es nicht nur depressive Phasen, sondern auch manische. In manischen Phasen ist der/ die Erkrankte extrem gut gelaunt, ruhelos, voller Tatendrang und übertriebenem Optimismus. Manische und depressive Phasen wechseln sich ab.

Dysthymie: bei dieser Form sind die depressiven Symptome schwach ausgeprägt, dauern aber mindestens zwei Jahre lang an.



Ist Depression vererbbar?

Aus Studien geht hervor, dass die vererbten Gene zur Entwicklung einer Depression beitragen. Studien mit Zwillingen zeigen, dass der genetische Beitrag zur Erkrankung ca. 35 Prozent beträgt. Die restlichen 65 Prozent sind individuellen Belastungen durch die Umwelt zuzuschreiben. Der Einfluss der Umwelt ist also viel größer als der Einfluss der Genetik.

Umwelteinflüsse sind unter anderem belastende Lebensereignisse wie etwa Verlusterlebnisse (Tod, Scheidung), chronische Konflikte, körperliche und/ oder psychische Erkrankungen, langfristige Überanstrengungen und traumatische Ereignisse, darunter körperlicher und sexueller Missbrauch.



Kann man das Depressionsrisiko senken?

Gene und Umwelteinflüsse spielen eine Rolle bei der Entstehung einer Depression. Beides kann man schlecht beeinflussen. Wenn dich Situationen belasten, solltest du einen Ausgleich finden oder Wege, mit der Belastung umzugehen. Der Ausgleich können positive Aktivitäten oder Hobbys sein! Außerdem solltest du, wenn ein Tag mal schlecht lief, auch daran denken, welche Dinge gut an dem Tag waren! Auch kleine Erfolge zählen. Ein stabiles Umfeld kann auch dabei helfen, eine Depression vorzubeugen. Halte den Kontakt zu deiner Familie und/ oder zu deinen Freunden oder anderen Menschen! 
Studien haben zudem herausgefunden, dass sich Sport positiv auf die Stimmung und das Selbstwertgefühl auswirkt. Eine Winterdepression wird durch einen Vitamin-D-Mangel ausgelöst, weshalb es sinnvoll ist, besonders in den sonnenarmen Monaten so viel Sonne wie möglich zu tanken. Spezielle Lampen mit 10.000 Lux können eine Winterdepression vorbeugen, indem sie das fehlende Sonnenlicht ersetzen.

Noch mehr Aspekte zur Vorbeugung einer Depression findest du hier: Tipps bei Depressionen



Teil 2 findest du unter diesem Link: https://www.sorgen-tagebuch.de/cover/depressionen-fragen-und-antworten-2/



Die Antworten in unserem FAQ sind keine Grundlage zur Beurteilung oder Diagnostik einer Depression! Wir haben diese Informationen für dich zusammengestellt, um einen groben Überblick über die psychische Erkrankung, “Depression”, zu geben. Wenn du glaubst, depressiv zu sein, suche deinen Hausarzt auf, um das abzuklären!



Die Informationen sind zusätzlich der Verlinkungen den folgenden Quellen entnommen:

Dinner, P. Depression. 100 Fragen 100 Antworten. Hintergründe Erscheinung Therapie.
Hell, D. Depression. Was stimmt? Die wichtigsten Antworten.
Smolka, J. Wird Depression vererbt? Epigenetische Vererbung am Beispiel des Kandidatengens FKBP5.
Lange-Ernst, M. Depressionen und Angsterkrankungen wirksam behandeln.


Geschrieben von JS






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