Kognitive Verhaltenstherapie



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Es gibt im Leben immer wieder Situationen, die uns überfordern. Wenn wir merken, dass wir uns da selbst nicht mehr rausholen können, suchen wir uns Hilfe und probieren Neues aus. Eine Möglichkeit sich von Gedanken und Gefühlen, die einen belasten, zu befreien ist die Kognitive Verhaltenstherapie.


Wir alle kennen diese oder ähnliche Situation: Ein Schulkamerad grüßt uns nicht und wir denken sofort „Er mag mich nicht“. Das dazugehörige Gefühl, nämlich, dass wir uns zurückgewiesen fühlen, stellt sich kurze Zeit später ein. Letztendlich hat dieser Gedanke dann zur Folge, dass wir den Schulkameraden in Zukunft meiden werden. In Wahrheit wissen wir allerdings gar nicht, was in unserem Schulfreund vorgeht. In der kognitiven Verhaltenstherapie setzen wir uns mit genau diesen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen auseinander, die uns in bestimmten Situationen belasten.


Jeder Mensch nimmt Situationen unterschiedlich wahr und bewertet die daraus entstandenen Erfahrungen entsprechend. Dies löst wiederum bestimmte Gefühle und daraus resultierende Verhaltensweisen aus.


Wann ist eine Kognitive Verhaltenstherapie sinnvoll?


Als Form der Psychotherapie befasst sich die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) in erster Linie mit Kognitionen, d.h. Gedanken, Gefühlen, Einstellungen etc.. Es geht darum sich diese bewusst zu machen. Dies gibt uns wiederum die Möglichkeit, diese zu hinterfragen und zu verändern. Dabei werden auch erlernte Verhaltensweisen in Frage gestellt und gegebenenfalls verändert.


Bei der KVT geht es darum, mit einem konkreten Problem zu arbeiten und hierfür eine Lösung zu finden. Wichtig ist dabei, dass der Betroffene Unterstützung erhält, die ihn dazu befähigt, schnellstmöglich wieder eigenständig mit der Situation umgehen zu können.


Grundsätzlich wird die KVT bei der Behandlung von körperlichen Beschwerden wie chronischen Schmerzen oder psychischen Problemen wie Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen eingesetzt. Einige Elemente der KVT beinhalten:

-      das Schreiben eines Tagebuchs, zum Festhalten und im Anschluss Hinterfragen der eigenen Gedanken,

-      kognitive Umstrukturierungen, z.B. durch Gedankenstopps, Verstärkung, Löschung etc.

-      unterschiedliche Trainingsmethoden zur Stress- und Schmerzbewältigung,

-      Entspannungsübungen, und

-      weitere Problemlösungsstrategien.


Wie läuft die kognitive Verhaltenstherapie ab?


Ziel ist es, Klarheit über die eigenen Gedanken, Gefühle und Einstellungen sowie davon abhängig die entsprechenden Handlungen zu erlangen. Es geht also um den Zusammenhang von Denken, Fühlen und Handeln wenn wir auf ein Ereignis blicken:

1. Situation

2. Unsere Bewertung der Situation als positiv, negativ oder neutral

3. Unsere Reaktion (z.B. Gefühle oder Verhalten) auf diese Situation


Diese Abfolge kann Denkfehler verursachen, die wiederum zu schädlichen Denkmustern (z.B. “Ich schaffe das alles nicht”) werden können. So neigen viele von uns beispielsweise dazu unser Leben nur in zwei Kategorien zu unterteilen. Wir bewerten Situationen dann immer nur als entweder gut oder schlecht.


Beispiel: „Wenn ich keine 1 in Englisch schreibe, bin ich schlecht.“ Dies entspricht objektiv betrachtet nicht der Wahrheit, trotzdem denken wir in dem Moment, dass wir wirklich “schlecht” sind. Das Schwarz-Weiß-Denken kann schnell zu einem Automatismus werden, der uns immer nur zwei mögliche Denkweisen lässt.


Auch Katastrophen-Denken kann gefährlich werden. Hierbei neigen wir dazu negative Vorhersagen zu treffen. Dabei lassen wir alle anderen Möglichkeiten unberücksichtigt.


Beispiel: „Wenn ich mich jetzt trenne, werde ich für immer alleine sein.“


Es gibt viele weitere Denkmuster, die uns das Leben schwer machen können. Hier soll die kognitive Verhaltenstherapie unterstützen. Indem Betroffene lernen, ihre eigenen Gedanken besser zu kontrollieren und mehr Klarheit zu erlangen. Diese Therapieform setzt also sehr viel Eigeninitiative der Betroffenen voraus.


Dauer und Kosten einer KVT


Bei der KVT handelt es sich um eine Kurztherapie, denn der Betroffene soll schnellstmöglich eigenständig mit seinen Problemen umgehen können. Trotzdem kann die Behandlung je nach Schweregrad mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. Einzelsitzungen dauern meistens eine Stunde und finden in Praxen, Kliniken oder Reha-Einrichtungen statt.


Die Kosten einer KVT werden in vielen Fällen psychischer Erkrankungen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Aber auch bei chronischen Erkrankungen, die zu einem starken Leidensdruck führen, kann eine KVT bezahlt werden. Der Antrag auf Kostenerstattung muss immer vor Beginn der Psychotherapie gestellt werden. Da die Erstattung stark abhängig von der jeweiligen Krankenkasse ist, sollte hier zunächst geklärt werden, was genau die Krankenkasse benötigt. Aber auch der behandelnde Psychotherapeut kann das Antragsverfahren unterstützen.


Die KVT kann uns also dabei unterstützen uns nicht länger gefangen in unseren Gedanken und Gefühlen zu fühlen. Ist es nicht schön zu wissen, dass wir unsere Gefühle bewusst steuern und so unser Denken und damit auch unser Handeln verändern können?







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