Perfektionismus



Veröffentlicht am

0 Kommentare

Beitrag teilen:

       



Perfektionismus ist wahrscheinlich vielen von uns ein Begriff. Doch worum handelt es sich dabei genau und was kann man dagegen eigentlich machen, wenn es zur Belastung wird? Wir geben euch Antworten.


Beim morgendlichen Kaffee wirfst du einen Blick auf deine To-Do Liste und bevor du das Haus verlässt schaust du lieber zweimal nach, ob du auch wirklich alles eingepackt hast. Kommen dir diese Situationen vielleicht bekannt vor? Das sind noch relativ harmlose Beispiele, die Perfektionisten in ihrem Alltag erleben. Es kann aber auch soweit gehen, dass es zur Belastung für die Betroffenen wird. Viele setzen sich damit selbst unter Druck, da sie immer das Beste von sich erwarten. Sehr gut ist ihnen nicht “gut genug”.


Was ist Perfektionismus?


Sicher kann sich jeder umgangssprachlich etwas unter dem Begriff “Perfektionismus” vorstellen. Doch was bedeutet es aus wissenschaftlicher Sicht? Perfektionismus wird in der Psychologie als Persönlichkeitseigenschaft bezeichnet. Charakteristisch ist dabei das setzen hoher Standards nicht nur an andere, sondern vor allem an sich selbst. Damit verbunden ist eine sehr kritische und oft auch pessimistische Denkweise.  


Perfektionismus lässt sich des weiteren in zwei Dimensionen unterteilen. Das perfektionistische Streben beschreibt die Einstellung, immer sein Bestes zu geben. Darunter fallen beispielsweise die Eigenschaften der Ausdauer und Organisiertheit. Die zweite Dimension - die perfektionistische Besorgnis - kommt mit anhaltenden Zweifeln an sich selbst einher. Viele haben Angst Fehler zu machen und negative Kritik für ihre Leistungen zu erhalten. Ein hohes Maß an perfektionistischem Streben und ein wenig perfektionistische Besorgnis werden auch als “gesunder Perfektionismus” bezeichnet.


Perfektionisten lassen sich grundsätzlich in drei Gruppen unterteilen:

1. “Selbstorientierte Perfektionisten” streben nach Vollkommenheit und erwarten von sich selbst, dass sie perfekt sind.


Es ist besser hohe Grundsätze zu haben, die man befolgt, als noch höhere, die man außer acht lässt. - Albert Schweitzer

2. “Sozial vorgeschriebene Perfektionisten” glauben sie müssten perfekt sein und versuchen möglichst “fehlerfrei” auf andere zu wirken.


Eine Erfolgsformel kann ich dir nicht geben; aber ich kann dir sagen, was zum Misserfolg führt: der Versuch jedem gerecht zu werden. - Herbert Bayard Swope

3. Zu guter Letzt gibt es noch die “Fremdorientierten Perfektionisten”, die von anderen erwarten sie seien perfekt und reagieren schnell abfällig wenn sie Fehler beobachten.


Wer immer nur funktioniert, entzieht sich dem Abenteuer des Lebens. - Armin Müller-Stahl

Warum kann das gefährlich werden?


Sicherlich ist es nichts Verwerfliches wenn man stets sein Bestes geben will und dafür alle Energie und Motivation einsetzt. Allerdings ist es an dieser Stelle nicht mehr gut, wenn es das Leben bestimmt. Zum Beispiel, wenn man sich immer weiter zu höheren Leistungen zwingt, gar nicht mehr zufrieden ist und Fehler nur noch in sich selbst sieht. Außerdem kann sich Perfektionismus auch irgendwann in körperlichen Symptomen äußern wie man sie von Stress und Ängsten kennt. Dazu gehören beispielsweise innere Unruhe, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden.


Wenn die perfektionistische Besorgnis ansteigt und die Gedanken sowie das Handeln der Betroffenen Person bestimmt, kann dies sehr belastend werden. Es fällt ihnen schwer “abzuschalten” und sie stehen unter ständiger Anspannung. Psychische Erkrankungen, die häufig damit assoziiert werden sind beispielsweise Depressionen, Zwangsstörungen, Burnout und Schlafstörungen. Fall du oder jemand in deinem Umfeld also sehr unter diesem Druck leidet raten wir euch immer mit euren Arzt darüber zu sprechen.


Ein Mensch würde nie dazu kommen, etwas zu tun, wenn er stets warten würde, bis er es so gut kann, dass niemand mehr einen Fehler entdecken könnte. - John Henry Newman

Was kann man dagegen tun?


Zuallererst einmal: die eine Erfolgsformel gibt es sicher nicht. Denn wäre es so einfach, würde es mit Sicherheit nicht so viele Menschen geben, die unter ihrem persönlichen Perfektionismus leiden. Aber es gibt Ansätze, mit denen man den Perfektionismus zumindest ein wenig runterschrauben kann.


So ist ein erster Schritt schon mal, sich klarzumachen, dass man nicht immer in allem perfekt sein muss und kann. Oft reicht es aus, Angelegenheiten überhaupt abzuschließen anstatt sich stundenlang darüber Gedanken zu machen. Man sollte sich darauf besinnen, dass man auch nur Mensch und keine Maschine ist. Jeder macht mal Fehler und kann nicht durchgehend Höchstleistungen abliefern.


Dein Bestes ist gut genug!


Vor allem im Berufsleben kann ein perfektionistisches Streben sehr wichtig und hilfreich sein, um weiter aufzusteigen. Was wir aber niemals vergessen sollte: Jeder Mensch hat seine Fehler und das ist auch gut so. Aus Fehlern lernen wir letztendlich und kommen unseren Zielen näher. So ist auch Erfolg keine gut gepflasterte Straße, sondern eher ein Trampelpfad mit vielen Sackgassen. Lasst euch dadurch nicht entmutigen und betrachtet das Feedback von anderen nicht als Hinweis auf eure Fehler, sondern als Chance zu lernen.


Der perfekte Mensch bleibt ein theoretisches Konstrukt, denn wo es praktisch an Fehlern mangelt, fehlt es an Menschlichkeit. - Thom Renzie





Lebensstil/Alltag
Psychologie
Mit einem Lachen und einer Träne im Rollstuhl unterwegs »

Aufrufe/Mitteilungen
Frohe Ostern! »

Internes (Verein)
Was passiert mit meinen Daten im Sorgen-Tagebuch? »

26.09.2022 13:29 Uhr
Was zeichnet dich aus? Jeder Mensch hat seine eigenen Schwächen und Stärken. Wie ihr herausfindet, was eure individ… https://t.co/Zwlhpt5JJh
0 | 3 | @SorgenTagebuch

23.09.2022 11:06 Uhr
Kreativität ist etwas, das in jedem Menschen steckt. Doch was ist Kreativität überhaupt? Und wie lässt sich ihr Pot… https://t.co/YQ8xBHyNk1
2 | 2 | @SorgenTagebuch

21.09.2022 10:32 Uhr
Wenn negative Gedanken uns quälen, ist es harte Arbeit den Tag zu überstehen, denn immer wieder tauchen die Problem… https://t.co/fN4YHSjH5F
2 | 3 | @SorgenTagebuch

16.09.2022 11:02 Uhr
Das Sorgen-Tagebuch ist auf die Unterstützung von Dritten angewiesen, um sein Angebot weiterhin in der aktuellen Fo… https://t.co/7FXvhQpnTu
0 | 1 | @SorgenTagebuch

14.09.2022 10:08 Uhr
Auf der Suche nach dem Glück Warum Glück keine Glückssache ist und wieso es vielmehr um die eigene Haltung und das… https://t.co/2VDtcKNmpK
0 | 0 | @SorgenTagebuch

12.09.2022 09:31 Uhr
Über uns - Das Tagebuch, das Dir antwortet Willst Du gerne mehr über das Sorgen-Tagebuch erfahren? Dann schau doch… https://t.co/8X5TNdFZm5
0 | 0 | @SorgenTagebuch

29.08.2022 11:06 Uhr
Wie startest du morgens in den Tag? Vielleicht greifst auch du wie viele Menschen nach dem Aufwachen zum Handy un… https://t.co/EkYNP5bMj6
1 | 1 | @SorgenTagebuch

24.08.2022 16:36 Uhr
Was zeichnet dich aus? Jeder Mensch hat seine eigenen Schwächen und Stärken. Wie ihr herausfindet, was eure indivi… https://t.co/SybfLrJDrL
1 | 2 | @SorgenTagebuch

22.08.2022 11:47 Uhr
Manchmal fühlt man sich alleine und ist verzweifelt. Der ein oder andere greift in solch einem Moment zur Flasche u… https://t.co/VqUIhfNoHv
0 | 0 | @SorgenTagebuch

17.08.2022 10:49 Uhr
Wenn es zurzeit nicht möglich ist, bei seinen Eltern aufzuwachsen, ist die vollstationäre Wohngruppe eine Alternati… https://t.co/oHgnk3cczV
0 | 1 | @SorgenTagebuch

Wichtiger Hinweis: Unser Tagebuch wird von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern gepflegt und betreut. Wir bieten keine medizinische, juristische oder psychologische Beratung. Unsere Antworten basieren auf Lebenserfahrungen und der persönlichen Einschätzung unserer Autorinnen und Autoren. Sie sollen den Schreibern helfen, nicht alleine mit ihren Problemen dazustehen, ihnen Mut machen und neue Wege aufzeigen.

© 2020 Sorgen-Tagebuch e.V. - Mit freundlicher Unterstützung der SD Software-Design GmbH