Geschlechtsidentität



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Das Geschlecht spielt für die meisten eine wichtige Rolle in der Antwort auf die Frage: Wer bin ich eigentlich? Sie ist ein Teil unserer Identität. Aber was ist, wenn diese Empfindung nicht mit unserem Körper zusammen passt? Wir beschäftigen uns heute für euch mit ein paar der häufigsten Geschlechtsidentitäten.


Seit Beginn diesen Jahres gibt es in Deutschland ein staatlich anerkanntes drittes Geschlecht. Unter dem Begriff “divers” können sich nun intergeschlechtliche Menschen (die Abweichungen der Geschlechtschromosomen und -hormonen haben) eintragen lassen. Das reicht für viele aber noch nicht aus, da auch hier weiterhin von einer rein biologischen Definition des Geschlechts ausgegangen wird - nämlich anhand der Körpermerkmale.


Was ist überhaupt die Geschlechtsidentität?


Obwohl es biologisch nur zwei Geschlechter - Männer und Frauen - gibt (Intersexualität ist weit umstritten), kann sich nicht jeder Mensch damit identifizieren. Die Geschlechtsidentität muss nämlich nicht mit dem Geschlecht, was einem schon vor der Geburt “zugewiesen” wird, übereinstimmen. Diese betroffene Gruppe von Menschen wird transgeschlechtlich genannt, da sie nicht in ihrem Geschlecht leben können oder wollen. Das Synonym „nicht binär“ soll darauf hinweisen, dass diese Menschen eben nicht in unser gewohntes „Zweiersystem“ fallen. Die Mehrheit, die sich mit ihrem Geschlecht identifizieren kann, wird hingegen als cisgeschlechtlich bezeichnet.


Die genaue Anzahl von Geschlechtsidentitäten ist noch weit umstritten, klar ist jedoch: es handelt sich hierbei um ein Spektrum. Männer und Frauen machen hier nur zwei Punkte auf der Bandbreite aus. Das Empfinden dessen kann sich auch im Laufe des Lebens verändern, sodass es wichtig ist den Kindern den Freiraum zu geben sich und ihr Geschlecht zu entdecken. Nicht alle Kinder, die ein solches Verhalten zeigen identifizieren sich später als erwachsene Transgender. Ein weiteres Beispiel sind „Agender“, welche ihr Geschlecht als irrelevanten Teil der gesamten Identität wahrnehmen.


Psychische Belastung durch mangelnde Toleranz


Anhand körperlicher Merkmale ordnen wir Menschen einem Geschlecht zu und stellen entsprechende Erwartungen an das Verhalten dieser Person. Diese Geschlechterrollen können belastend für jene sein, die sich eben nicht mit ihrem Körper identifizieren. Erwartungen an das Verhalten anderer mit Hilfe gewisser Merkmale zu stellen ist wichtig, um Situationen gut einschätzen und passend reagieren zu können.


Dank des heutigen Fortschritts ist es möglich medizinische Maßnahmen zu ergreifen, die das Geschlecht an die gewünschte Identität angleichen sofern jemand diesen Wunsch verspürt. Hormontherapie und Operationen sind dabei die häufigsten Behandlungsmöglichkeiten. Leider kann dies in manchen Situationen auch dazu führen, dass jemand Opfer von Mobbing wird. Aufklärung ist deshalb besonders wichtig, um Verständnis und Toleranz in der Gesellschaft zu fördern.


Sei wie du bist



"Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich." - Konrad Adenauer

Ganz gleich als was du dich identifizierst - du solltest dich nicht dafür schämen müssen. Anders zu sein als die Mehrheit der Gesellschaft bedeutet nicht weniger wert oder liebenswürdig zu sein. Offen mit diesem Thema umzugehen kann dabei helfen das allgemeine Bewusstsein zu fördern. Beratungsstellen und sogenannte „Coming-out“-Gruppen, die sich auf diese Themen spezialisiert haben, können Unterstützung bei der Anerkennung von der eigenen Geschlechtsidentität und dem Umgang mit Mobbing bieten.


Vergiss niemals: Du bist nicht alleine. Sich mit anderen darüber auszutauschen und sich vielleicht auch den Freunden sowie der Familie anzuvertrauen bedeutet für viele bereits eine Erleichterung, da es ihnen einen Rückhalt bietet. Auch eurem Sorgen-Tagebuch könnt ihr natürlich eure Gedanken und Gefühle bezüglich dieses Themas mitteilen. Die eigene Geschlechtsidentität zu finden ist ein Weg, der für jeden anders aussieht. Du bist gut so wie du bist!







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