Positive Emotionen



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Weihnachten ist das Fest der Liebe, Freude und geteilten Glücks. Es ist ein Tag voller Positiver Emotionen. Wir möchten euch heute erzählen wie ihr diese Positiven Emotionen grundsätzlich bewusster wahrnehmen und verstärken könnt.  

 

Die Weihnachtszeit: besinnlich, gemütlich, fröhlich auf der einen Seite. Andererseits gilt diese Zeit auch als besonders hektisch und melancholisch. Welche Emotionen verbindet ihr mit der Weihnachtszeit? Ist es Vorfreude auf Weihnachten? Oder kommt euch diese Jahreszeit eher stressig vor? Ganz gleich welche Emotionen überwiegen, die Weihnachtszeit ist eine gute Gelegenheit, einmal in sich zu gehen und sich der ganzen Positiven Emotionen, die in uns schlummern, bewusst zu werden. 

 

Die Macht unserer Emotionen

 

Wir alle kennen dieses Gefühl von unseren Emotionen überrollt zu werden oder aber uns für einen, im Nachhinein, oftmals unangenehmen Emotionssausbruch rechtfertigen zu wollen. Häufig gilt dies vor allem für negative Emotionen, aber auch positive Emotionen können uns im wahrsten Sinne des Wortes überrennen.  

 

Positive Emotionen wurden besonders im Bereich der Positiven Psychologie ausgiebig untersucht. Grundsätzlich beschreiben Emotionen psychische Erfahrungen und Reaktionen auf bestimmte Reize, die verarbeitet werden. Sie beeinflussen damit also unser Denken und Handeln und können sowohl positiv als auch negativ sein. Evolutionspsychologisch haben unsere Emotionen eine wichtige Funktion, denn sie ermöglichen uns, körperlich angemessene Reaktionen auf bestimmte Signale zu zeigen. So erkennen wir Gefahrensituationen, indem bestimmte Emotionen hervorgerufen werden, die ein Warnsignal an unseren Körper senden. Einige besonders wichtige Emotionen sind dabei: Angst, Eifersucht, Freude, Liebe, Mitleid oder Wut. Es sind also nicht nur unsere negativen, sondern auch die positiven Emotionen, die unser Überleben sichern. 

 

 Was sind eigentlich Positive Emotionen? 

 

Insbesondere im Bereich der Positiven Psychologie werden Positive Emotionen thematisiert und ihre Bedeutung für unser Leben sowie unser allgemeines Wohlbefinden erforscht. Damit Positive Emotionen unser Wohlbefinden wirklich beeinflussen, müssen wir diese zunächst einmal bewusst wahrnehmen können. Je achtsamer wir unseren Positiven Emotionen gegenüber sind, desto mehr innere Zufriedenheit werden wir spüren. Positive Emotionen wirken sich dabei nicht nur auf unsere allgemeine Zufriedenheit aus, sondern erhöhen unter anderem auch unsere Kreativität und steigern unsere psychische Widerstandskraft und stärken unsere Beziehungen. 

 

Das Verhältnis positiver zu negativer Emotionen sollte idealerweise bei mindestens 3:1 liegen. Fredrickson nannte dieses Modell den „Positivity Ratio“. Studien zeigen, dass diese Positiv-/Negativ Verteilung besonders wichtig ist, denn wir neigen von Natur aus dazu, negative Emotionen schneller bzw. stärker wahrzunehmen als positive Emotionen. Dies lässt sich biologisch begründen, denn negative Emotionen waren/sind in vielen Situationen überlebensnotwendig, z.B. löst Furcht in uns einen Fluchtimpuls aus. Die Wirkung negativer Emotionen wird außerdem dadurch verstärkt, dass unangenehme Emotionen länger nachwirken. So fällt es uns häufig schwer, negative Emotionen loszulassen und wir geraten schnell in einen Teufelskreis, in dem wir gedanklich immer wieder das gleiche Problem durchlaufen und die damit verbundenen Emotionen spüren. Diese sind in unserer Erinnerung dann meist größer, als in der Realität. 

 

Mehr Positive Emotionen im Alltag

 

Um langfristig von einem erhöhten Wohlbefinden zu profitieren, ist die Häufigkeit sowie Regelmäßigkeit der empfundenen Emotionen von großer Bedeutung. Hier gilt, ähnlich einer gesunden Ernährung, dass wir am meisten Nutzen davon haben, je besser wir das regelmäßige Erleben angenehmer Emotionen in unseren Alltag integrieren können. 

 

Um unsere Emotionswelt besser zu verstehen und Positive Emotionen gezielt verstärken zu können, empfiehlt Fredrickson uns einige Fragen, die uns genau dabei helfen sollen, zum Beispiel:

 

-     Wann habe ich mich das letzte Mal so gefühlt?

-     In welcher Situation war ich da? 

-     Waren andere dabei?

-     In welchen anderen Situationen tritt diese Emotion ebenfalls auf?

-     Was löst diese Emotion in mir aus? Was nehme ich körperlich wahr?

-     Wie könnte ich diese Emotion gezielt in mir hervorrufen? 

 

 

Wenn du diese Fragen, die lediglich als Anregung dienen sollen, für dich einmal durchgehst, kannst du vielleicht bereits bestimmte Situationen identifizieren, in denen du besonders glücklich warst. Im ersten Schritt gilt es, sich dieser Situationen bewusst zu werden. Im nächsten Schritt könntest du dann einmal schauen, welche Emotionen in diesen Momenten konkret entstehen. Vielleicht gibt es weitere Situationen, in denen sich diese Emotionen zeigen? Was lösen diese Positiven Emotionen in dir aus? Bist du z.B. aufgeregt, gelassen und spürst eine innere Ruhe? Je detaillierter du die Situation beschreiben kannst, desto ausgeprägter wird deine Wahrnehmung dieser Positiven Emotionen. Im letzten Schritt könntest du dann einmal überlegen, wie du diese Emotionen noch hervorrufen könntest, z.B. ein Dankbarkeitstagebuch führen, anderen Komplimente geben oder mehr Zeit mit der Familie verbringen. 

 

Vielleicht inspirieren dich einige dieser Fragen auch deine Positiven Emotionen noch bewusster zu verstärken. Fredrickson entwickelte passend hierzu die „Broaden and Build“ Theorie welche besagt, dass wir lernen können unsere Wahrnehmung für Positive Emotionen weiter zu öffnen („broaden“). So bewirken wir langfristig zum einen, dass negative Emotionen an Fokus verlieren. Zum anderen können wir hierdurch langfristig unsere emotionale Gesundheit ausbauen („build“), die sich entsprechend auch auf unser körperliches und soziales Wohlbefinden auswirkt.   


Balance aus Positiven und Negativen Emotionen 

Zusammenfassend zeigen uns diese Studien, dass es weder darum geht negative Emotionen zu verdrängen noch komplett auszulöschen, sondern eher darum, Positive Emotionen zu verstärken und sich darauf zu fokussieren. Dabei sollten auch negative Emotionen anerkannt werden können, denn auch sie haben eine Funktion, z.B. Anpassung an Veränderungen. 


Wir hoffen natürlich, dass an diesem Weihnachtsfest die Positiven Emotionen überwiegen und ihr die Zeit genießen könnt! 

Frohe Weihnachten wünscht euch das







Psychologie
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