Halloween: Die Lust an der Angst



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Heute ist es soweit! Die unheimlichste Nacht des Jahres steht uns bevor. Ob Horrorfilme, Psychothriller oder Geisterbahn - wir alle lieben sie. Aber wieso eigentlich? Wir haben für euch recherchiert, weshalb uns das Grauen so viel Spaß macht.


Auf dem Weg nach Hause ist es schon dunkel und verdächtig still. Kein Mensch weit und breit zu sehen. Das Licht der Straßenlaterne flackert. Es sind nur noch ein paar Meter bis zur Haustüre. Plötzlich ertönt ein lautes Plärren aus dem Garten. Das Herz beginnt zu rasen, der Atem wird schneller und die Muskeln spannen sich an. Ist da jemand? Ein zögerlicher Blick klärt die Sache auf: es war nur die Nachbarskatze, die die Mülltonne umgeschmissen hat. Erleichtert darüber, entspannt sich der Körper wieder. Ein kleines Schmunzeln über die eigene Angst in einer solch ungefährlichen Situation streift die Lippen…


Ursprünglich kommt Halloween aus dem katholischen Irland. Das ist nun aber schon einige Zeit her und mittlerweile gilt es als (amerikanisches) Volksfest. Der Abend eignet sich besonders gut zum Feiern, da der 1. November Tag der Allerheiligen ist und in einigen Bundesländern Deutschlands offizieller Feiertag. Zu den Bräuchen gehören unter anderem geschnitzte Kürbisse, das Einsammeln von “Süßem oder Saurem” und natürlich kunterbunte, schaurige Kostüme.


Erregung in gewissem Maße


Entspannung hin oder her - irgendwann wird uns auch mal langweilig. Der Mensch sucht nach Aufregung und Abenteuer. Manche mehr, manche weniger. Es ist ein kleiner Kick, den die unbekannte Situation für uns auslöst. Für wie angenehm wir so etwas empfinden ist individuell unterschiedlich. Klar ist aber: solange wir uns selbst in Sicherheit wiegen, liegt diese Schwelle sehr viel höher als es normalerweise der Fall wäre.


Was uns aber dazu verleitet diese Erregung zu suchen kommt erst nach dem Schreck. In dem Moment, in dem wir feststellen, dass wir keine Angst zu haben brauchen, lässt die Erregung im Körper wieder nach. Und umso stärker der Schreck, umso entspannter fühlen wir uns danach auch.


Ich will mehr!


“Adrenalinjunkies” suchen diese Erregung gezielt und vor allem oft. Meist handelt es sich dabei um Extremsport und der kann nicht extrem genug sein. Denn wie bei vielen Dingen gewöhnt sich der Körper irgendwann an die Erregung. Diese ist verbunden mit der Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin - die Stresshormone, die uns auf den Kampf ums Überleben vorbereiten sollen. Umso häufiger wir dem ausgesetzt sind, umso toleranter wird der Körper (ähnlich wie bei einer Alkoholabhängigkeit). Das führt wiederum dazu, dass der Kick und die Gefahr immer härter werden müssen, um noch denselben Effekt erzielen zu können.


Safety first?


In ein paar Minuten ist die Geisterbahn vorbei und nach dem Film geht auch wieder das Licht im Kinosaal an. Zu wissen, dass der Schrecken ein Ende hat, ist entscheidend für den Effekt. Wir müssen uns selbst in der Kontrolle glauben. In einer realen und gefährlichen Situation fehlt diese Kontrolle, wodurch die Erregung in Hilflosigkeit und Panik umschlägt. Den meisten Menschen fällt es sehr schwer die Kontrolle abzugeben, weshalb der Spaß mit Familie und Freunden noch größer wird: wir haben eine Person dabei, der wir vertrauen. Dieses Wissen schenkt noch ein klein wenig mehr Sicherheit.


Wobei wir uns auch sicher fühlen und was besonders Spaß macht: andere erschrecken. Die Anspannung baut sich auf während das Opfer immer näher kommt. Nach dem kurzen Schock lachen beide und die Atmosphäre ist entspannt, aufgelockert. Die “ganz Bösen” unter uns finden daran auch gefallen, weil es eine gewisse Art der Machtausübung widerspiegelt. Eine menschliche Eigenschaft, die bei einigen stärker ausgeprägt ist als bei anderen und sich auch in anderen Lebensbereichen bemerkbar macht.


Achtung jetzt wird’s philosophisch


Wenn wir ganz tief in der Seele graben finden wir die Frage nach dem Sinn des Lebens. Manche behaupten die Antwort zu kennen, andere glauben es gäbe überhaupt keine Antwort darauf und wieder andere verzweifeln auf dem Weg. Leider kennen wir die Antwort auch nicht, aber auch in der Erregung und dem Schrecken steckt ein kleiner Sinn verborgen. Es geht um die Konfrontation mit der eigenen Endlichkeit. Wir wissen alle, dass nur Vampire unsterblich sind. Das ist kein schönes Thema mit dem wir uns gerne auseinandersetzen, aber so eine kleine Erinnerung kann doch dabei helfen den Blick wieder auf’s Positive im Leben zu lenken und das wertzuschätzen, was wir haben.


Jetzt wollen wir euch aber nicht weiter aufhalten… Wir hoffen euch hat der kleine Einblick gefallen und wünschen euch natürlich einen schön-schaurigen Abend! Passt auf euch auf...







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