Ich bin o.k. - du bist o.k.



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Der Leitsatz einer gelungenen Kommunikation nach Vera F. Birkenbihl klingt so einfach – sechs kurze Wörter prägen ihn – und ist doch so schwer umzusetzen. Warum dies so ist, welche Rolle der Selbstwert darin spielt und aus welchen Gründen man trotzdem zumindest darüber nachdenken sollte, erklären wir euch hier.


Wir alle kennen Gesprächsverläufe, bei welchen sehr schnell klar ist, dass sie im Konflikt enden. Sätze wie „Du bist schuld!“, „Hättest du doch!“ oder „Ich bin ohnehin besser als du!“ verschärfen die Situation, weil sie nur ein Ziel haben: den Gesprächspartner zu kränken, Vorwürfe zu machen, die eigene Person auf Kosten des Selbstwertes des Anderen besser zu bewerten.


Kränkungen sind Zeichen der eigenen Schwäche


Was dabei aber gerne übersehen wird, ist, dass alle Versuche den Anderen klein zu reden nichts anderes sind, als Zeichen unseres eigenen geringen Selbstwertes. Je schwächer, gekränkter, unwichtiger und ignorierter wir uns fühlen, umso mehr entwickeln wir das Bedürfnis, diesen niedrigen Selbstwert auf Kosten eines Anderen wieder zu erhöhen.

Und die Praxis zeigt, dass diese Methode sehr einfach ist und immer zum erwünschten Ergebnis führt. Frei nach dem Motto: Wenn es mir schon schlecht geht – dann aber auch dir! Und schwuppdiwupp, schon geht es uns wieder ein wenig besser.


Ich bin nicht o.k. – du bist nicht o.k.


Als den absoluten Tiefpunkt einer Kommunikation bezeichnete Vera F. Birkenbihl die Situation, in welchen die Gesprächspartner sich selbst und allen anderen jeglichen Wert absprechen. Die Folgen können fatal sein und landen nicht selten in den Nachrichten. Doch auch abgeschwächte Varianten funktionieren nur auf hohen Kosten:


Variante: Ich bin nicht o.k. –  du bist o.k.


Menschen mit solchen Kommunikationsmustern machen sich und ihren Selbstwert kleiner und heben gleichsam ihren Gesprächspartner auf ein Podest. Auf positive Rückmeldungen reagieren sie gern mit Sätzen wie „Ich hab ja nur Glück gehabt“ oder „ohne Hilfe hätte ich das aber nicht geschafft“.  Die traurigen Folgen eines niedrigen Selbstwertes kennen wir alle und insbesondere Frauen und Mädchen machen sich diese Muster gerne zu eigen.[LAG2]


Variante: Ich bin o.k. – du bist nicht o.k.


Im Gegensatz zur vorherigen Variante stellt man sich nun selbst auf das Podest und schaut auf andere hinunter. „Was? Du bist erst jetzt fertig? Ich habe das schon vor Stunden erledigt.“ Diese Personen scheinen einen höheren Selbstwert zu haben, doch nur, solange sie jemanden anderen haben, mit dem sie sich vergleichen können. Es handelt sich also um einen Wert, der nur in Abhängigkeit von Anderen gedeiht, die dies mit sich machen lassen.


Geht es mir gut, akzeptiere ich dich mit deinen Schwächen und Stärken


Natürlich kennen wir alle auch die wunderbaren Momente, wenn wir glücklich und zufrieden sind. Dann nehmen wir herausfordernde Kollegen und nervenaufreibende Situationen wesentlich gelassener und reagieren auf Provokationen und Konflikte souveräner. Wäre es nicht schön, öfter solche Momente zu erleben? Die Formel dazu lautet sehr einfach: Wenn es mir gut geht („Ich bin o.k.), dann akzeptiere ich dich so, wie du bist („Du bist o.k.) – die große Herausforderung ist nun, diese Wörter mit Leben zu befüllen, indem man an seinem eigenen Selbstwert arbeitet, die Verantwortung für das eigene Tun übernimmt und jedem anderen dasselbe zugesteht. Eine Übung auf diesem Weg ist es, sich folgenden Satz bewusst zu machen:


„Alles was man tut, tut man letztlich, um das Selbstwertgefühl zu erhalten, zu verteidigen oder zu verbessern“ (Birkenbihl)


Damit erhöhen wir das Bewusstsein dafür, dass hinter jeder Anschuldigung mehr steckt, als nur der Wunsch den Anderen zu verletzten. Wir alle sind Menschen, wir alle kämpfen immer wieder mit unserem Selbstwert und je mehr Verständnis wir dafür haben, umso mehr können wir uns um unser Wohlergehen kümmern und anderen auf Augenhöhe begegnen.


Wenn ihr mehr über dieses Thema erfahren wollt, empfehlen wir euch das Buch „Kommunikationstraining. Zwischenmenschliche Beziehungen erfolgreich gestalten“ von Vera F. Birkenbihl.







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